Samstag, 25. April 2015

Von kreativen, kleinen Händen, den Häuser, die die Welt bedeuten und von Lügen mit kurzen Beinen...

In der Theorie würde mein Thema für mindestens 2 Postings reichen, ich habe mich aber entschieden, nur Eines daraus zu machen :)
Hängt ja doch alles irgendwie zusammen und die ein oder andere Verknüpfung ist schon interessant.
Fangen wir mal mit dem "alles auslösenden Umstand" (... lustige Bezeichnung ! Dass ich einen Kinderworkshop mal SO umschreiben würde, hätte ich selbst nicht geglaubt) :


Kinderworkshop


Eine Kitagruppe aus der Kita meines Sohnes wollte gerne das Atelier besuchen und einen kleinen Workshop machen. Da ich eher nicht zu der "kuchenbackenden Mama-Sorte" gehöre (was sich nicht abwertend lesen soll. Im Gegenteil, ich beneide diese Mamas sehr, aber MEINE Stärke wird das Backen eben nie sein ), freue ich mich natürlich, wenn ich dann anderweitig etwas geben kann.

So wurde ein Termin gemacht und umso näher dieser rückte, musste ich mir überlegen, WIE genau ich das denn nun umsetze. Da ich das ja sonst nicht "im Angebot" habe (was sich nun aber ganz dolle vielleicht ändert), hatte ich natürlich alle Freiheiten, das zu gestalten... Als Erstes aber mal aufräumen!

WO sollen die Knirpse sitzen? Meine Erwachsenen-Hocker wären zu hoch, nachher plumpst da noch wer runter- hilfe. Auf dem Boden! DAS ist gut. Da kann man nicht tief fallen!
Tisch? Ja Tisch wäre doch aber auch nett!
Bretter, Steine, jaaaaaaaaaaaa, DAMIT kann man einen Tisch bauen, so einen ganz kleinen, an dem man im Schneidersitz hocken kann.
Aaaaaber, Mist, wenn sich da ein Kind rauflehnt, die Platte verschiebt und dann ist da womöglich ein Fingerchen drunter... AUA.
Klebeband aber fixiert 2 Platten miteinander, die können sie nicht mehr verrutschen. Gute Idee! Dann noch Packpapier über den Tisch und niemand sieht mehr, was drunter ist :)

Sitzen? Ja, auf dem Boden. Der ist aber kalt und nachher bin ich schuld, dass die kleinen Mäuse alle eine Blasenentzündung haben. Neeee, lieber nicht! Was tun?!
Und nun erinnere ich mal an den Satz eines vorangegangenen Postings, der da lautete "nichts wäre schlimmer, als etwas zu benötigen und dann feststellen zu müssen, dass man es weggeschmissen hat"...
Na man gut also, dass meine Rundum-Erneuerung Grenzen hatte und ich doch noch eine Menge aufbewahrt habe für schlechte Zeiten ;) Da waren doch die Kissen, die ich mal zum Bedrucken brauchte... WO waren die noch gleich? Regal 8 in unerreichbarer Höhe, MIST! Aber hurra, jaaaa, da sind ja noch die gefühlten 1000 Filzplatten in DIN A3 und da Filz bekanntlich warm hält, sind die also eine klasse Sitzunterlage. Fein..., hätten wir auch das gelöst!

Und HURRA, da fällt mir doch die Kiste ein aus Regal Nr.6, wo irgendwas von Schürzen drauf steht... Stimmt: Das sind ja die vom Kreativtag 2008!!!! in Leipzig, die, von denen ich ca.200 in Originalverpackung aufgehoben habe, weil man ja nie weiß, wofür man das mal brauchen kann.
Klar: Für einen Kita-Workshop also, ganze 7Jahre später (ich überlege mir das mit dem übereilten Wegwerfen wohl doch nochmal).

Übrigens habe ich natürlich weder Regal Nr.6 noch Regal Nr.8, aber aussehen tut es von der Höhe und der Vielzahl der Regale her bei mir schon wie bei Ikea. Dummerweise habe ich nur keinen Platz mehr für den Gabelstapler!  Benötigen würde ich ihn schon längst. So ist das Durchnummerieren der Regale evtl doch auch gar keine schlechte Idee und ich mache mir mal eine gedankliche Notiz dazu auf der To-Do Liste ;)


Das Ganze sah dann vorbereitet SO aus:




Ja, man könne meinen, ich hätte mich auf eine japanische Reisegruppe vorbereitet, denen ich einen Sushi Snack zu servieren gedenke ;)
Nee, nee, also Kinderworkshop.

Die netten Schürzen brauchte ich aber gar nicht. Da die Kinder mich in der Kita immer in bemalten Klamotten sehen, haben sie sich nach meinem Beispiel vorbereitet und kamen in bunt bemalten Pullovern... ZUCKERSÜSS!

Was nun aber tun mit den Mäusen?

 

 

Wie gut, dass mir bei der Vorbereitung diese kleinen, weißen Holzhäuser entgegenpurzelten, die ich mal bemalen und verkaufen wollte. Und wieder machte das Aufheben Sinn ;) (Ich glaube, ich bleibe doch lieber Messi).
Nun gebe ich zu, dass ich Angst hatte vor einer Acrylschlacht und natürlich auch um die Hosen der Kleinen. Ich sah schon die Muttis, die sich nachher bei mir beschwerten, dass die Farbe nicht mehr aus den Klamotten geht und mich verhandelnd mit H&M über Mengenrabatt für Einkaufsgutscheine, die ich dann würde verteilen müssen.

Also habe ich mich entschieden, mit wasservermalbaren Ölkreiden zu arbeiten- DAS würde eine saubere und überschaubare Sache werden. Und so war es auch:
Die Kinder hatten mega Spaß dabei.
Als Palette hatte ich ihnen Passepartoutkartons gegeben, wo sie die Kreide abreiben konnten. Mit dem Pinsel verdünnten sie die Farbe dann mit Wasser und färbten Ihre Häuser ein.
Ein Teil der Aufgabe war dann, mit dem Acrylmarker auf die Rückseite der Häuser genau SO viele Punkte zu malen, wie Familienmitglieder bei ihnen zu Hause wohnen.




Ich liebe es ja auch, Dinge praktisch miteinander zu verbinden und wenn man eben nichts wegwerfen muss, das Maximum aus einer Sache herausholen kann... das gebe ich auch gerne weiter. Und so haben wir dann noch die Palettenkartons weiter eingefärbt und kleine Kunstwerke zum Mitnehmen daraus gemacht, in dem 2 Schmetterlinge mit Hilfe einer Schablone aufgetragen wurden. ICH habe die jeweils nur festgehalten.



Sind das nicht coole kleine Bilder? 

 

Wir fanden sie alle gaaaaanz toll und die Kinder waren stolz wie Bolle.

Nun kann ich aber nicht ganz raus aus meiner Haut, bin und bleibe irgendwie immer "Dozentin" und das bedeutet, dass es mir auch stets wichtig ist, tatsächlich Wissen zu vermitteln. Und gerade bei so Kleinen finde ich  es toll, wenn man bereits "etwas mit auf den Weg geben kann"... In Erinnerung an die Sendung mit der Maus ist doch zum Beispiel eine Frage "WIE wird Farbe gemacht" ???

Da ich kürzlich so leuchtend, pinkfarbenes Pigment gekauft hatte, zeigte ich den Kindern damit, wie man Farbe anmischt. Nun wäre es ja aber ziemlich doof, wenn man dann nicht auch noch zeigen würde, WAS man mit der Farbe dann auch machen kann. Also musste noch eine Kleinigkeit her:
Ach wie gut (ja ich kann das nicht oft genug betonen mit dem  "doch-nicht-weggeworfen-zu-haben"), dass ich da noch die Steinmagneten hatte von vor 2 Jahren.

Davon konnte nun jedes Kind noch einen bemalen und ich zeichnete hinterher mit dem Stift noch ein Herz, ein Blümchen oder eine Prinzessin drauf. Je nachdem, was der kleine Künstler mir für Instruktionen gab. ICH war ja nur Assistent.

Schmetterlinge und Magneten bekamen die Kinder mit in einer Tüte und an den Häusern würde ich noch eine Kleinigkeit erledigen und sie dann am Folgetag mit in die Kita nehmen.

Als die kleinen Mäuse dann zum Abschied wie die Orgelpfeifen auf meiner Atelierstufe saßen, unter lautem Hurra klatschten und lachten, da musste ich mir echt ein Tränchen verdrücken. Zum Abschied wurde noch gewunken und es war wirklich ein toller Vormittag.

Ich habe dann zu Hause mit dem Stift die Fensterchen und Türen gezeichnet und aus den Punkten die Familienfiguren gemacht.



DASS DAS nochmal für Aufregung sorgen könnte, hätte ich auch nicht gedacht! Davon lest Ihr nun dann aber doch in einem weiteren Beitrag. Das Ganze ist jetzt hier doch so lang geworden, dass ich mich mal lieber entscheide, den einen Teil der Überschrift doch "abzutrennen" und in einem weiteren Posting demnächst zu "bearbeiten".
Die Geschichte mit den Lügen, die kurze Beine haben, lest Ihr dann also in den kommenden Tagen und dürft wirklich gespannt sein... ICH finde es schon seeeeeeehr interessant, was in so manchem Kopf vorgeht und wie entscheidend zwei, drei Worte sein können oder eben auch nicht...



Die Sache mit den Häusern aber, die die Welt bedeuten, nämlich unser ZUHAUSE, die finde ich wirklich abschließend sehr gelungen und auch absolut ausbaufähig für Groß und Klein. Wir haben inzwischen 100 Ideen zu Varianten dazu in den verschiedensten Ausführungen und Verwendungen. Daraus resultieren dann wieder zig andere Ideen, was wieder mal bestätigt, dass Kreativität Kreativität erzeugt :)  Ach hätte ich doch nur ein zweites und ein drittes Leben ;)

Auf jeden Fall seid Ihr herzlich zur Nachahmung eingeladen und wenn Ihr mal ein Häusle gestaltet habt, dann schickt mir gerne ein Foto. Ich bin ganz gespannt!


In diesem Sinne wünsche ich Euch ein buntes und kreatives Wochenende
für kleine und große Hände.

Alles Liebe, Eure



 

Kommentare:

  1. I.Sieder
    Na das ist ja eine super Idee gewesen und wird den lange in schöner Erinnerung bleiben. Ich habe auf den Kindergeburtstag meiner Kids aus Pappteller Masken gebastelt...Augen,Nase und Mund ausgeschnitten und rechts und links am Rand mit einem Gummiband verbunden...das durften sie sich auch selbst anmalen...bei meinem Sohn habe ich noch Sonne und Mond mit Tonpapier aufgeklebt und sie haben es sich angemalt. Wir hatten damals einen riesen Spaß und alle Kids sind mit dem Masken aus auch nach Hause gegangen als der Geburtstag zuende war...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Iris,
      ja das kann ich mir vorstellen, dass das eine Gaudi war. Ich finde das mit Kindern auch immer wieder toll zu Geburtstagen und so. Es kann so einfach sein, für echte Begeisterung und einen unvergesslichen Tag zu sorgen. Zumeist braucht man dafür noch nicht einmal eine lange Einkaufsliste...
      Toll, dass Ihr's gemacht habt.
      Ganz liebe Grüße,
      Isabelle

      Löschen