Freitag, 1. November 2013

Holztisch selber bauen DIY

Ich weiß gar nicht, ob ich es in meinem ersten Posting erwähnte (ja ja das kommt davon, wenn man sich einfach nicht kurz fassen kann ;) ), dass ich für's Haus, wenn es denn mal fertig ist, einige Möbel selber bauen möchte... Hatte ich es gesagt?



Jedenfalls sind aus diesem Grund zB diese Hocker entstanden, die man auch als Beistelltischchen nutzen kann. Scheeen oder? Nen bisschen stolz bin ich ja schon und freue mich wie ein Kind, wenn ich erstmal die Exemplare für unser Esszimmer fertig machen kann :)

Ein großer Esszimmertisch

 

 soll aber gebaut werden. Einer, wo gaaaaaaaaaanz viele Leute dran Platz haben weil ich im neuen Haus nämlich endlich auch zur Party Queen werde . Bis Januar ist zwar noch ein wenig Zeit, aber da die ja bekanntlich wie im Fluge vergeht, kann man gar nicht früh genug anfangen zu planen und sozusagen Prototypen auszutüffteln. Die dürfen dann zunächst auch kleiner aufallen.

Da dachte ich, mache ich dieses 

kleine DIY Holztisch 

 

 für Euch daraus. Absolut tauglich als Beistelltischchen in jedem Raum.

Anfangs mache ich mir immer eine kleine Skizze, wie das was ich bauen möchte, aussehen soll. Eine Art Konstruktionsplan. Dann schaue ich mir die Breiten und Längen vom Holz an und dann wird erst einmal gerechnet, wie lang die einzelnen Stücke etc werden müssen. Kleine Mathe Fleißaufgabe also inklusive. Da soll mal wer sagen, heimwerken wäre nicht gut für's Gehirn ;)

Mit Zollstock und Geodreieck bewaffnet wird dann ausgemessen und markiert. Fein, dass ich mit meinem doofen Zollstock gerade Werbung für's Bauhaus mache... Gekauft habe ich mein Zeug aber bei OBI. Nen anderen Zollstock hab ich aber gerade nicht.

 


Als nächstes säge ich das Ganze dann an meiner Decoupiersäge in passende Stücke. Nicht dass es nicht einen kostenfreien Holzzuschnitt im Baumarkt gäbe ( jaaaaa, bei uns gibt es den ). Wäre ja aber nicht das Gleiche und FRAU muss mal wieder mit dem Kopf durch die Wand wie ein Kind "ich kann das abbbbba alllllllllleineeeeeeeeeeee" Dass ich das gar nicht mehr so witzig fand, als ich mich mindestens 2x verrechnet hatte wegen chronischer Übermüdung und dann auch gleich 4x nachsägen musste, erfüllt mich mit Peinlichkeit und ich erwähne es hier nur klein geschrieben. Also Kinders konzentriert Euch gleich richtig- das erspart ne Menge Generve.



Letztlich habe ich dann solche feinen Stapel hier. Wie lang die einzelnen Hölzer sind, habe ich mit Kugelschreiber jeweils gleich drauf geschrieben. Erspart den Fehlgriff und das Gesuche. Wird ja auch eh noch geschliffen und bemalt.

 

Bauanleitung


Als erstes lege ich mir dann einen Rahmen, auf dem zum Einen später die Tischplatte liegen wird und an dem zum Anderen später die Tischbeine befestigt werden. Der Einsatz eines Winkelmessers ist hier echt empfehlenswert, damit nachher nichts windschief ist, wenn schief ja auch modern sein soll. 
Nur ein klitzekleines bissschen schief oben, macht am Ende ganz viel schief unten- nee nee. Also am Winkelmesser ausrichten und festkleben.




Kleben tue ich übrigens mit diesem Zeug. Das hält besser und schneller als der normale Ponalkleber. Da das Zeug so dick ist, kommt es aber schwer aus der Tube und deshalb schraube ich immer gleich den ganzen Verschluss ab und packe mir eine gewisse Menge auf eine Unterlage. Außerdem klebt es auch fix und schnell wie Zunder an den Fingern. Deshalb benutze ich einfach eines meiner Malmesser sozusagen als Klebespachtel.



Die Tischbeine


sind genau genommen erstmal lauter liegende L's. Also klebt FRAU nun aus 8 Latten 4 L-Tischbeine. Und auch die sollte man besser mit dem Winkelmesser ausrichten.
 


Frei nach dem Motto warum einfach, wenn es denn auch kompliziert geht, ist mir eine Tischplatte aus einem Stück ja vieeeeeeeeeeeeel zu einfach ;) Das Tischchen soll nachher schön im White Living Style gemacht werden und da passt die Tischplatte aus einzelnen Latten ja vieeeeeeeeel besser.
Latten also dicht an dicht nebeneinander legen zu einer Tischplatte.

 


Wenn der Rahmen und die Tischbeine stabil sind, weil der Kleber schon gut angezogen hat, dann positioniere ich den Rahmen auf der (noch nicht aneinander fixierten) Tischplatte (warum wird gleich klar ) und stelle auch die Tischbeine drauf. So sieht man sehr genau, ob's passt und FRAU kann die Tischbeine direkt mit dem Rahmen verleimen.




In das Innere des Rahmens lege ich jetzt zwei Leisten. Und genau deshalb habe ich das vorher alles so ausgerichtet, denn sonst wüsste ich ja gar nicht so genau, wo ich die Leisten positionieren soll ;)  (klar könnte man auch messen, aber dafür bin ich  nun wirklich mal zu faul) Die haben nämlich gleich mehrere Funktionen: 1. halten sie die Latten der Tischplatte aneinander, 2. sitzt dadurch nachher die Tischplatte fest im Rahmen. Dass das vorerst alles auf dem Kopf passiert, habt Ihr auch ohne mich verstanden oder ;)? Ja ich denke mir das alles immer so leicht... also wenn was unklar ist: Bitte fragen.

 


So sieht das Ganze dann aus einer anderen Perspektive aus und ich finde schon, dass man äh FRAU   Tisch bereits erkennen kann. Könnte aber auch noch ein Stuhl werden ;) 

Jedenfalls kann man, wenn alles passt, die Leisten in der Mitte auch festkleben.




Wenn der ganze Klumpatsch dann getrocknet ist, renne ich mit meinem kleinen Bohrertool durch die Gegend und bohre Löcher vor. Das ist wichtig und Ihr solltet das nicht auslassen, denn sonst zersplittert Euch das Holz, wenn Ihr die Schrauben reindreht. Ich spreche aus Erfahrung und denke mit Tränen in den Augen zurück an mein erstes Stuhlbein und den so bitterlich erlangten Erfahrungswert. Da kann man dann nachher natürlich so schlau tun, als hätte man es immer schon gewusst.

Also Löcher bohren  in den Leisten in der Mitte und 2 je Seite an den Tischbeinen. Dann kann man bereits die Tischbeine an den Rahmen schrauben, während der Kleber an den Leisten in der Mitte noch trocknet.




Damit die Konstruktion noch ein wenig mehr Stabilität bekommt, baue ich an zwei Seiten noch eine Zwischenstrebe ein (jetzt steht der Tisch ohne Platte also seitlich).

Und Mädels Achtung, jetzt kommts....... traraaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa:




Macht das ordentlicher als ich, denn ich habe meinen Tisch quasi erstmal in die Lackspuren meines letzten Bildes geditscht. Jaaaaaaaaaaaaaaaanz toll und typisch ich. Reicht aber nicht- neeeeeeeeeheheeeeee: Weil das so schön war und man auf einem Bein bekanntlich ja so schwer steht- umgedreht und mit der anderen Seite auch gleich nochmal rein in die Pampe! Na klar. Ja wer keine Arbeit hat, der macht sich welche ne? Is ja auch nicht schlimm, wird ja geschliffen und bemalt. Aber Achtung, leicht trägt sich das überall hin, wenn man mit der Schmadderei einmal angefangen hat. Also alles müsst Ihr mich nicht nachmachen ;) Machts gleich besser! (Mach mit, mach's nach, mach's besser ;)))





 Dann kann man auch die Tischplatte irgendwann verschrauben, bzw die Leisten, die die Platte zusammen halten.




Im Idealfall passt dann alles genau aufeinander, wenn man die Tischplatte auf das Gestell setzt. (Viel ändern könnte man jetzt eh nicht mehr). Wenn aber was nicht passt, dann ist es lieber größer als zu klein. Abschleifen geht immer- ranzaubern dauert länger und ist noch in der Erprobung.

 



Da bei mir alles passte, kann ich dann die Tischplatte auch auf dem Gestell fixieren, jeweils an den Ecken. Vorbohren nicht vergessen. Außerdem verwende ich hier Senkschrauben, weil die so schön verschwinden in der Tiefe. Schrauben will ich nämlich nicht sehen auf meiner Tischplatte.





Die Löcher, wo die Schrauben drin sitzen und auch die Schrauben an den Tischbeinen spachtel ich dann mit Flächenglätter zu. Das Material hat hier keinen tieferen Sinn. Ihr könnt fast alles nehmen, was hart wird und nicht bricht. Zum Beispiel auch Acrylat, Strukturpaste (die Kartoffeln von gestern - bei Übermüdung werde ich albern) oder Füllspachtel- ist eh fast alles das Gleiche ;)






Mein Beistelltisch sieht jetzt so aus und muss erstmal trocknen (also die Lackflecken und der Flächenglätter). Die Tischplatte hat übrigens ein Maß von ca 50x50cm und hoch ist das Tischchen ca 40cm. An dem Bild kann man auch gut sehen, dass man zB jetzt noch eine 2te Ebene einbauen könnte, wenn man nochmal Leisten über die Querstreben legen würde. Ach ich wünschte, ich würde die neue Möglichkeit nicht immer gleich erkennen.... Das Leben könnte viel ruhiger sein ;)

Wenn der Tisch getrocknet ist, wird er grob geschliffen und farbig bearbeitet, dass er ins White Living passt :) Jawoll!
Damit Ihr aber nicht von Informationen erschlagen werdet, zeige ich Euch dies in einem neuen Post. Da gibt es dann auch endlich die Infos zu meiner MUSS- Allergie, die ich schon einmal angedeutet hatte ;) Wenn Ihr das gute Stück dann also fertig sehen möchtet, schaut wieder rein- dann geht es bald weiter mit Schleifpapier und vieeeeel weißer Farbe.


 



Jetzt packe ich mal für's Erste zusammen und fahre in den Baumarkt zum Holzzuschnitt ;) Auf selber sägen habe ich nach 2x Vermessen jetzt nämlich so gaaaaaaaaaar keine Lust mehr und irgendwie sind die da mit dem Sägen doch schneller. Da lässt Atelier- FRAU sich dann doch gerne mal von OBI- Mann helfen :) Aber man muss ja alles mal gemacht haben und selbst gesägt ist dieser Tisch ja gleich noch vieeeeeeel besonderererererrr, als einfach "nur" selbst gebaut. Seht Ihr doch auch so- oder?

In diesem Sinne viel Spaß beim Werkeln,
bis ganz bald,  Eure 
 

Kommentare:

  1. Dein Tischlein gefällt mir schon mal gut. Genau mein Geschmack. Würde mich auch sofort daran machen, wenn das "Ungeschick" bei mir nicht wäre ... Da fällt mir ein, ich könnte doch mal meinen Liebsten darum bitten. Für das Anmalen wäre ich dann wieder zuständig. Danke jedenfalls für die gute Anleitung.
    Einen lieben kreativen, bunten Gruß, Kerstin von Potpourri der Farben.

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    1. Hallo Kerstin.
      Späte Antwort aber besser spät als nie ;) Genaugenommen könntest Du gar nichts falsch machen, wenn Du alles schon im Baumarkt zuschneiden lässt. So haben wir schon zu fünft Hocker im Atelier gebaut. Das war völlig ungeplant und bei jeder hat's geklappt :) Aber wenn Dein Liebster das macht, umso besser:) Dann kannst Du Dich ganz auf's Gestalten konzentrieren. Fortsetzung folgt bald.
      Liebe Grüße,

      Isabelle

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